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KOOPERATION

BILATERALE ZUSAMMENARBEIT DEUTSCHLAND - KOLUMBIEN 

Seit den fünfziger Jahren gehört Kolumbien zu der Gruppe von Ländern, mit denen Deutschland eine enge Zusammenarbeit pflegt. Diese nun schon seit langem bestehende Beziehung war stets positiv und basiert auf dem Prinzip, Kolumbien dabei zu unterstützen, die eigenen Kapazitäten für seine Entwicklung voll auszuschöpfen (Selbsthilfe).

Thematische Schwerpunkte

In Folge der letzten Verhandlungen zwischen der deutschen und der kolumbianischen Regierung (Dezember 2005) definierte Deutschland die „Friedensentwicklung und Krisenmanagement“ als Bereich höchster Priorität und legte in Abstimmung mit der kolumbianischen Regierung fest, bei den nächsten Verhandlungen eventuell auch den Bereich „Umweltpolitik, Umweltschutz und nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen“ einzubeziehen. Diese Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen finden im Abstand von 2 Jahren statt.

Formen der Zusammenarbeit

Technische Zusammenarbeit
Finanzielle Zusammenarbeit
Andere Formen der Zusammenarbeit

Bereiche der Zusammenarbeit

Technische Zusammenarbeit (TZ)

Beschreibung: Das Ziel der technischen Zusammenarbeit besteht in der Verbesserung der Fähigkeiten von Personen, Organisation und institutionellen Strukturen. Außerdem kommt ihr eine Mittlerrolle zwischen Staat und Zivilgesellschaft und eine entscheidende Rolle für die Verbesserung der politischen Bedingungen für eine nachhaltige Entwicklung Kolumbiens zu. Mittels der TZ werden Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, bereits bestehende aktiviert und es werden gemeinsam  die für ihre Anwendung erforderlichen Bedingungen geschaffen und verbessert. Die TZ fördert die Eigeninitiative der Menschen in Kolumbien, damit diese ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft verbessern (Hilfe zur Selbsthilfe).

Zielgruppe: Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen sowie andere Einrichtungen der Zivilgesellschaft, die von einer  Regierungsstelle koordiniert werden.

Zugangsmechanismus: Die TZ materialisiert sich in der Unterstützung durch deutsche Experten und/oder der Verpflichtung inländischer Experten, denen deutsche Mittel zur Verfügung stehen. Die jeweiligen Maßnahmen sind mit bisher existenten Kooperationsprogrammen verbunden, dies sind:

Unterstützung bei Dezentralisierung und Friedensentwicklung;

Programm zur Beteiligung der Zivilgesellschaft für den Frieden:
Arbeitslinie „Stärkung des Rechtsstaats“, wobei es nicht um die Aushandlung konkreter Projekte geht, sondern darum, dass die Antragsteller Vorschläge einbringen, die dann angemessen mit den erwähnten Programmen verbunden werden.
 
Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) ist die Institution, die im Namen der deutschen Regierung technische Zusammenarbeit leistet. http://www.gtz.de/en/)

Beträge: Es gibt keinen festgelegten bzw. durchschnittlichen Betrag, der für die Umsetzung eines Programms zur Verfügung steht. Dieser ist vielmehr davon abhängig, inwieweit ein Programm bereits umgesetzt wurde und/oder vom jeweiligen Finanzierungsbedarf für 2 Jahre. Für 2005-2007, wurde für die technische Zusammenarbeit eine Summe von umgerechnet insgesamt 7 Mio. € ausgehandelt.

Vorlagefristen: Verhandlungen zwischen den Regierungen, die alle zwei Jahre durchgeführt werden bzw. vorherige Beratungsgespräche .

 

Finanzielle Zusammenarbeit (FZ)

Beschreibung: Die Finanzielle Zusammenarbeit besteht in der Zuweisung rückzahlbarer Mittel („weiche“ Kredite) zur Durchführung von Programmen oder Projekten im vereinbarten Schwerpunktbereich (Thematische Schwerpunkte – oben)

Zielgruppe: Regierungsinstitutionen und andere mit der Regierung verbundene Einrichtungen. Die Kredite müssen durch die kolumbianische Regierung unterstützt werden.

Zugangsmechanismus: Aufnahme des Projekts im Rahmen der bilateralen Regierungsverhandlungen, vorherige Vorlage bei der Kommission für die Soziale Aktion, der für die internationale Zusammenarbeit zuständigen kolumbianischen Einrichtung. (www.accionsocial.gov.co)

Funktionsweise: im Rahmen der durch die Bundesrepublik Deutschland geleisteten finanziellen Zusammenarbeit werden Investitionen oder Dienstleistungen für die Entwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur finanziert. Die jeweiligen Mittel werden pro Projekt zugewiesen. Die finanzielle Zusammenarbeit wird im Namen der deutschen Regierung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) (http://www.kfw.de/EN_Home/index.jsp) umgesetzt.

Beträge: Weder für Spenden noch für Kredite existieren festgelegte Beträge. Diese sind vielmehr vom jeweiligen Bedarf, von der Durchführbarkeit des Projekts, der Verschuldungsfähigkeit und den Möglichkeiten einer Bürgschaft durch den Staat abhängig. Für den Zeitraum 2005-2007 wurde für der finanziellen Zusammenarbeit mit Kolumbien ein Betrag von umgerechnet über 10 Mio. € zugewiesen.

Vorlagefristen: Verhandlungen zwischen den Regierungen, die alle zwei Jahre durchgeführt werden bzw. vorherige Beratungsgespräche.

Weitere Bereiche der Zusammenarbeit

Es gibt in Deutschland weitere Einrichtungen, die zur Gruppe der durch das  Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - BMZ (http://www.bmz.de/de/index.html) angeführten Institutionen für Zusammenarbeit gehören.

Gesellschaft für Internationale Weiterbildung und Entwicklung (InWEnt): entstand durch den Zusammenschluss der Deutschen Stiftung für Internationale Entwicklung und der Carl-Duisberg-Gesellschaft. Diese Institution ist für die Aus- und Weiterbildung von Personal sowie die Schaffung eines Dialogs zuständig. http://www.inwent.org/.

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD): fördert die deutsche Sprache, Stipendien, akademische und wissenschaftliche Reisen, Studienmessen usw. http://www.daad.de/de/index.html

Senior Experten Service (SES). Entsendung von Senior-Experten für kurzfristige Missionen (ein bis höchstens sechs Monate) zur Unterstützung bei der Lösung spezifischer technischer und organisatorischer Probleme. http://www.ses-bonn.de/

Integrierte Experten (CIM): Unterstützung bei der Abdeckung des Bedarfs an Experten in Bereichen, die für die Entwicklung des Landes entscheidend sind und  in denen es nicht ausreichend inländische Experten gibt. www.cimonline.de oder cimffm.de

Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG): Kofinanzierung von Investitionsprojekten (für den Privatsektor). http://www.deginvest.de/

Politische Stiftungen:
Derartig arbeitende Stiftung existieren praktisch nur in Deutschland. Die besagten Stiftungen sind mit den verschiedenen deutschen Parteien verbunden und arbeiten gemeinsam mit der Regierung bzw. komplementär im Bereich der Internationalen Zusammenarbeit. In Kolumbien sind folgende Stiftungen vertreten:

Friederich Ebert (FES) – FESCOL in Kolumbien: Grundlage der Arbeit der FES bildet die Umgestaltung der Gesellschaft im Sinne der humanistischen Werte, die die Grundlage der deutschen Verfassung von 1949 sind, sowie der Prinzipien der Sozialdemokratie (Freiheit, Gleichheit, Solidarität). http://www.fescol.org.co/

Hans-Seidel-Stiftung (HSS): Diese Stiftung führt in enger Zusammenarbeit mit ähnlich ausgerichteten inländischen Einrichtungen sozio-politische Ausbildungsprogramme durch. Sie setzt sich für ein besseres Völkerverständnis durch friedliches und freundschaftliches Zusammenleben ein. http://www.hss.de/1839.shtml

Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS): Die KAS möchte einen Beitrag zur Festigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit leisten, eine wirtschaftliche Entwicklung fördern, die allen Schichten der Bevölkerung zu Gute kommt und auf diese Weise die Suche nach einer nachhaltigen friedlichen Lösung unterstützen. Die Stiftung führt Programme in den Bereichen Ausbildung und Forschung durch und erteilt politische und sozioökonomische Beratungen.
http://www.kas.de/proj/home/home/56/4/index.html

Entwicklungshilfeorganisationen der katholischen und evangelischen Kirche

Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH): Ermöglicht Entwicklungsprogrammen für besonders bedürftige Bevölkerungsgruppen für einen Zeitraum von drei Jahren die Unterstützung durch qualifizierte Experten. www.ageh.de



ARCHIV

FRAUENNETZ FÜR ANDENREGION GEGRÜNDET
Im Rahmen des II. Treffens der Frauenministerinnen, das in Santa Cruz de la Sierra, Bolivien, stattfand, wurde die Red Andina de Mujeres (Frauennetzwerk der Andenregion) gegründet, mit der das Ziel verfolgt wird, die Entwicklung der Organismen, Kooperationsmechanismen, Debatten und Probleme mit der Förderung von Frauen in den Andenländern zu unterstützen. [mehr]

KOLUMBIEN ERHIELT 2007 IM RAHMEN DER INTERNATIONALEN ZUSAMMENARBEIT 394,5 Mio. DOLLAR
Nach Angaben des Präsidentschaftsamts für die Soziale Aktion erhielt Kolumbien 2007 im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit Mittel in Höhe von 394,5 Mio. Dollar. Am 5. Juli 2008 wurde der 40. Jahrestag der Institutionalisierung der Zusammenarbeit in Kolumbien feierlich begangen. [mehr]

KOLUMBIEN OECD MITGLIED
Am 29. Juli überreichte der kolumbianische Außenminister Jaime Bermúdez dem Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Pier Carlo Padoan, in Paris die Zusage für die Einladung, die dieser Kolumbien zum Beitritt als Mitglied besagter Organisation ausgesprochen hatte. [mehr]

Im Rahmen des II. Treffens der Frauenministerinnen, das in Santa Cruz de la Sierra, Bolivien, stattfand, wurde die Red Andina de Mujeres (Frauennetzwerk der Andenregion) gegründet.

CAROLINA RENTERÍA, DIREKTORIN FÜR NATIONALE PLANUNG, VERTRITT DIE KOLUMBIANISCHE REGIERUNG BEI HOCHRANGIGER SITZUNG ZU MILLENNIUMSENTWICKLUNGSZIELEN DER UNO


WUSSTEN SIE, DASS ...?
Das kolumbianische Büro für Internationale Zusammenarbeit (Agencia Colombiana de Cooperación Internacional – ACCI) und das Netzwerk der Gesellschaftlichen Solidarität (Red de Solidaridad Social – RSS) haben fusioniert, und jetzt gibt es eine neue Körperschaft: die Soziale Aktion
Das Präsidentenbüro für die Soziale Aktion und die Internationale Zusammenarbeit (Agencia Presidencial para la Acción Social y la Cooperación Internacional) ist die Körperschaft, die 2005 von der Regierung zur gezielten Lenkung der nationalen und internationalen Ressourcen eingerichtet wurde, um so alle von der Regierung abhängigen Sozialprogramme, die sich an die von Armut, Drogenhandel und Gewalt betroffenen Bevölkerungsgruppen richten, besser ausführen zu können.

>> Es existiert das Dokument Vision für Kolumbien anlässlich der Zweihundertjahrfeier

Kolumbianische Friedensprodukte

ACCIÒN SOCIAL, das Programm des Präsidialamtes zum Kampf gegen die illegale Kulturen, beabsichtigt die Schaffung einer regionalen und lokalen wirtschaftlichen Basis, die es ermöglicht, auf der Grundlage von legalen und stabilen Quellen Beschäftigung zu schaffen und Einkommen zu sichern. Außerdem sollen diese neuen wirtschaftlichen Grundlagen zur Verbesserung der Nahrungssicherung der Bauern und Gemeinden über die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen beitragen.

Gegenwärtig werden diese Art von Projekte in verschiedenen Zonen des Landes durchgeführt, von dem Gebirge der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden, über den Süden von Bolívar, Putumayo, Amazonas, Cauca und Meta. Die Projekte werden vom Büro der Vereinten Nationen gegen Drogen und Kriminalität unterstützt.


Einige der Projekte sind:

  • die Vereinigung „Asocalima“, ein Zusammenschluss der Produzenten in Land- und Viehwirtscahft von Santa Rosa aus Sur de Bolívar

  • die Kooperative der Bohnenanbauer „Coofrimayo“

  • die Vereinigung „Condimentos Putumayo“ (Gewürze)

  • Produktionsvereinigungen und –genossenschaften für weitere Produkte wie Kaffee, Honig, Palmherzen u.a.

Weiterführende Informationen unter www.red.gov.co


>>Dokumente Kooperation Jahr 2005

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